6 Friedenskirche

Standort

Friedensstrasse 9, 3007 Bern
Google Maps
Tram 6, Haltestelle «Cäcilienstrasse»

Kirche

Die Friedenskirche, am 21. November 1920 eingeweiht, verdankt ihren Namen dem Friedenswillen nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs. Erbaut hat sie der damalige Münsterbaumeister Karl Indermühle (1877-1932). Die Kirche verbindet auf eigentümliche Weise neoklassizistische Formen (Portikus, Kassettendecke und «ionische» Säulen im Innern) mit derjenigen traditionell bernischer Wohnhäuser (Walmdach und hochrechteckige Sprossenfenster). Das ist zu einem Teil auf die damalige Teuerung zurückzuführen, die den Architekten zwang, das Projekt laufend zu vereinfachen. Ihre stilistische Abhängigkeit von der Heiliggeistkirche ist im Kircheninneren deutlich zu erkennen. Um die Kirche herum ist ein Villenquartier entstanden; die Reihenhäuser links und rechts vom Aufgang zur Kirche gehören wie das Pfarrhaus zum Gesamtkonzept der Anlage. Mit ihrer Turmspitze erreicht die weit herum sichtbare Friedenskirche nicht ganz die Höhe des Münsterturms.

Orgel

Die erste Orgel von 1920 war eine pneumatische Taschenladenorgel und wurde nach der Disponierung durch den damaligen Münsterorganisten Ernst Graf von der Firma Kuhn in Männedorf gebaut. Sie umfasste auf drei Manualen insgesamt 31 Register sowie 18 Vacatregister (d.h. die sogenannten Windladen wurden bereits installiert, um dereinst 18 weitere Register aufzunehmen). Die Auswahl der Register und die Klangqualität der Orgel, die als ein «Musterbeispiel modernen Orgelbaues» bezeichnet wurde, war dem deutschen spätromantischen Stil verpflichtet. Untergebracht war das Instrument in einem breiten dreiteiligen Gehäuse, dessen Mittelteil konkav zurückschwingt, um dem Spieltisch Platz zu machen.

 

1943, als sich der Geschmack der Orgelkenner/-innen massiv gewandelt hatte und man wieder barocke Leichtigkeit bevorzugte, verunglimpfte Orgelexperte Ernst Schiess die alte Orgel als Kulminationspunkt des «Irrweges auf dem Gebiet des Orgelbaues» und als Prototypen der «Kinoorgel». Noch im selben Jahr erfolgte durch die Firma Kuhn ein tiefgreifender Umbau, der aber längerfristig, unter anderem. bedingt durch die minderwertigen Pfeifen der Zeit um 1920, auch nicht befriedigen konnte. Die bereits in den frühen sechziger Jahren aufgenommenen Bemühungen zu einer neuen Orgel fanden aufgrund des allerorts massiven Nachholbedarfs erst 1970 in der Installation des heutigen Instruments ihren Abschluss. Die neue mechanische Schleifladenorgel mit elektropneumatischer Registratur enthält, wie die erste Orgel, drei Manuale (neu mit Rückpositiv als eine Hommage an eine Barockorgel) und Pedal, auf die sich die 46 Register und 3’372 Pfeifen verteilen. Mit ihrer vielseitigen Disposition ist sie ein frühes Beispiel einer modernen Universalorgel, die Interpretation der Werke aus verschiedenen Stilrichtungen ermöglicht. 2014 wurde durch die Berner Orgelbaufirma Wälti eine elektronische Setzeranlage eingebaut.

 

Text: Matthias Walter

 

Musik

Die Musik ist ein wichtiger Bestandteil der Kirchgemeinde Frieden. Der Kirchenraum besticht mit seiner hervorragenden Akustik. So versprechen die Abendmusiken an acht Sonntagen im Jahr ein vielfältiges Programm: Saxophonquartett, Streichquartett, Vokalensemble und Chormusik. Es finden aber auch regelmässige Orgelkonzerte statt.

 

Singkreis Frieden

Der «Singkreis Frieden» ist eine Gruppe aller Altersstufen mit verschiedensten Hintergründen und individuellen Fähigkeiten, welche die Freude am Singen verbindet. Jährliche Höhepunkte sind die Konzerte zur Passions- und Adventszeit. In den wöchentlichen Proben werden weitere drei Auftritte im Gottesdienst erarbeitet.

Kontakt

Michael Kreis, Chorleiter Singkreis
079 759 51 21
E-Mail
Website

500
Sitzplätze
4
Glocken mit 10'050 kg Gesamtgewicht
Drittgrösstes
Geläut im Kanton Bern
46 Meter
Turmhöhe